Die ads&figures GrĂŒnder vor dem Fiat 500 im BĂŒro

Berner Underdog oder ZĂŒrcher Hotspot?

Das deutsche Fachmagazin «Horizont» hat in einer Reportage ĂŒber den Werdegang von ads&figures und den Wirtschaftsstandort Bern berichtet.

Vor knapp vier Jahren haben sich drei Berner entschieden, ihre sicheren Jobs an den Nagel zu hĂ€ngen und sich selbststĂ€ndig zu machen. Heute beschĂ€ftigen sie 23 Mitarbeitende, haben das kleine KĂ€mmerlein gegen ein grosses, modernes BĂŒro getauscht und sind fĂŒr Kunden national und international tĂ€tig. Von einer Schnapsidee, die zur Standortfrage fĂŒhrte, und von weiteren Zutaten einer erfolgreichen SelbststĂ€ndigkeit.

Die Wege von Fabian Wydler, Jean-Claude Zulauf und René Linder haben sich zufÀllig gekreuzt. Und zwar bei ihrem vorherigen Arbeitgeber Scout24. Es war der Anfang einer Erfolgsgeschichte, auch wenn das damals noch niemand wusste.

GrĂŒndungsidee bei Sake und Bier

Beruflich setzten sich die drei aufgrund von Digitalisierungsinitiativen und Reorganisationen vermehrt mit digitalen Strategien, Konzepten und Business Cases auseinander. Und bei einer der regelmĂ€ssigen Feierabend-Diskussionen stand dann auch zum ersten Mal der Gedanke einer SelbstĂ€ndigkeit im Raum. Intensive GesprĂ€che, eine grosse Portion Enthusiasmus, viele neue Ideen – und zugegeben auch Sake und Bier – haben schlussendlich dazu gefĂŒhrt, dass die Digitalagentur ads&figures geboren wurde.

GrĂŒndungsvollzug mit Exitstrategie

Am 16.06.2016 sassen die drei Arbeitskollegen also beim Notar und besiegelten die GrĂŒndung. «Der Weg in die SelbstĂ€ndigkeit ist nicht kompliziert», sagt Wydler, heute CEO von ads&figures. «Viel schwieriger ist es, selbstĂ€ndig zu bleiben. Das war uns von Anfang an bewusst. Doch an diesem Tag waren wir einfach nur aufgeregt und voller Tatendrang.»

Trotzdem: Die drei GrĂŒnder definierten ein Stichdatum. Sollte der Laden innerhalb eines Jahres nicht laufen, wĂŒrden sie sich per Oktober 2017 wieder eine Anstellung suchen. «Dazu kam es glĂŒcklicherweise nicht», schmunzelt RenĂ© Linder, heute Chief Innovation Officer.

Viele (Digital-)Agenturen sind in ZĂŒrich angesiedelt. Die Zwingli-Stadt gilt als Hotspot der Branche. Auch das GrĂŒndertrio hatte lange ĂŒber ZĂŒrich als Standort nachgedacht. Schlussendlich entschieden sie sich trotzdem fĂŒr den Wirtschaftsstandort Bern. Nicht nur, weil sie alle sehr verbunden seien mit der Hauptstadt, sondern weil die NĂ€he zu ZĂŒrich noch immer gegeben und gleichzeitig auch die Romandie schnell erreichbar sei.

Berner Underdog statt ZĂŒrcher Hotspot

Die Branche in ZĂŒrich sei zwar besser vernetzt. Man kenne sich untereinander, ebenso wĂ€ren die StĂ€rken und SchwĂ€chen der verschiedenen Player bekannt, sagt Jean-Claude Zulauf, Chief Operating Office bei ads&figures.

In der Branche werden sie oft auch die «Berner Agentur» genannt. «Wir sehen das als Kompliment. Digitalagenturen in Bern gibt es nun mal nicht viele und so ist das ‘Label’ schon fast eine Auszeichnung», sagt Wydler. Heute befinden sich mit Ypsomed, PwC, Bimbosan, die Mobiliar, Bauhaus oder Pneu Egger namhafte Kunden aus der ganzen Schweiz und dem Ausland im Portfolio von ads&figures. Das macht auch den StadtprĂ€sidenten von Bern, Alec von Graffenried stolz.

StadtprÀsident Alec von Graffenried zum Wirtschaftsstandort Bern

«Als Start-up-Standort hat Bern einiges zu bieten. Dies zeigt sich unter anderem in der Vielfalt der Berner Start-up-Szene. So gibt es nicht nur Innovations-Hotspots in den Clustern der Mikro- und der Medizinaltechnik, sondern auch viele Hidden Champions. Diese verborgenen Sieger liefern in ihren Nischen Weltklassearbeit ab. Sie sind innovativ, haben viele neue Ideen und sind nicht selten auf dem Sprung in einen neuen Markt. Hierzu bietet das Berner Startup-Ökosystem mit seinen stark vernetzten Partnern aus Verwaltung, Forschung, Bildung und Privatinitiativen den idealen Standort. Kommt hinzu, dass die kurzen Wege in Bern wesentliche Standortvorteile im Vergleich zu anderen Wirtschaftsregionen darstellen. Nirgendwo sonst liegen Arbeiten, Politik, Wohnen, Freizeit und Erholung so nahe beieinander. In Bern entstehen so Ideen, die in die ganze Welt getragen werden. ads&figures ist ein leuchtendes Beispiel dafĂŒr.»

In Bern entstehen Ideen, die in die ganze Welt getragen werden. ads&figures ist ein leuchtendes Beispiel dafĂŒr.

Alec von Graffenried, StadtprÀsidenten von Bern

Was bewegen wollen statt einfach AuftrÀge abwickeln

Drei GrĂŒnder – drei Meinungen. Noch heute sind sich Wydler, Zulauf und Linder in vielen Dingen nicht immer sofort einig. Was jedoch fĂŒr alle von Beginn weg klar war: Die Unternehmenskultur ist entscheidend. Die Eckpfeiler lauten: Wirklich etwas bewegen wollen und sich mit den Kunden weiterentwickeln; nicht nur AuftrĂ€ge erledigen. Diese Maxime wurde von Anfang an hochgehalten und scheint ein wichtiger Baustein der Erfolgsgeschichte gewesen zu sein.

Am Anfang packte einfach jeder an, wo es gerade nötig war. Die Rollen und Wirkungsgebiete kristallisierten sich erst nach und nach heraus. Anpacken, bewegen und entwickelt, das war sodann auch das Credo fĂŒr die ersten drei Mitarbeitenden, die man 2017 einstellte. Zwei von ihnen sind noch heute mit an Bord: Deniz Akman leitet unterdessen die Abteilung «Digital Projects», Janine Wiedemar spezialisierte sich auf das Thema «Data & Digital Analytics». Doch nicht nur die Expertenteams werden stetig ausgebaut. Auch in der FĂŒhrungsetage haben sich die drei GrĂŒnder VerstĂ€rkung geholt. Seit diesem Jahr leitet Nicole Wollner als Director Digital die Abteilung der digitalen Kanalspezialisten und ist Mitglied der GeschĂ€ftsleitung.

Von drei auf 23

Vor kurzem ist ads&figures in neue BĂŒrorĂ€umlichkeiten ins Lorraine-Quartier gezogen. Jean-Claude Zulauf strahlt: «650m2! Ein 23-köpfiges Team! Ein Kunstprojekt ĂŒber 90m2 auf unserer BĂŒrowand und das kleinste Sitzungszimmer der Welt – unser Fiat 500! Wer hĂ€tte das vor vier Jahren gedacht?» Die Zeiten, in denen ads&figures der Underdog war, scheinen vorbei zu sein. Die Kunden sind zufrieden, das Business lĂ€uft, der Enthusiasmus ist ungebrochen und der kleine Fiat 500 mĂŒsste eigentlich schon lange einem – Vorschlag: Schulbus – Platz machen. «Auch wir haben Fehler gemacht und mussten Niederlagen einstecken. Doch wir sind uns und unseren Werten treu geblieben und haben immer daran geglaubt, dass unser gebĂŒndeltes Wissen und unsere Freude an der digitalen Marktbearbeitung gefragt ist und uns TĂŒren öffnen wird», zieht Wydler ein Zwischenfazit. Man darf gespannt sein, was man in Zukunft noch alles von der «Berner Agentur» hören wird.

Über ads&figures

ads&figures ist eine der fĂŒhrenden unabhĂ€ngigen Digitalagenturen in der Schweiz. Das 2016 gegrĂŒndete Unternehmen mit Standort in Bern bietet nebst strategischer und konzeptioneller Beratung auch sĂ€mtliche Online Marketing Disziplinen wie Suchmaschinenwerbung, Feedoptimierung, Suchmaschinenoptimierung, Programmatic Advertising sowie Social Media Advertising an. ads&figures ist Google Premier Partner und beschĂ€ftigt 23 Mitarbeitende.