Black Friday im Schaufenster

Black Friday – Hochsaison für Online-Handel und Schnäppchenjäger

Der jährlich Ende November stattfindende Black Friday stellt Onlineshops vor grosse Herausforderungen. Das gilt insbesondere dieses Jahr, da Besucher aufgrund der Corona-Pandemie den lokalen Store eher meiden und vorrangig online shoppen. Eine gute Planung und die frühzeitige Vorbereitung sind also extrem wichtig, um das volle Potenzial des Black Fridays ausschöpfen zu können. Gelingt dir das, kannst du dem Wettbewerbsdruck ganz entspannt entgegenblicken.

Seit Apple im Jahr 2006 als erstes Unternehmen spezielle Black Friday Rabatte in seinen Stores angeboten hat, steigen sowohl die Teilnehmerzahlen stationärer Händler und Onlineshops als auch die Umsatzzahlen. Während im eCommerce Rekordergebnisse erzielt werden, kämpft der stationäre Einzelhandel inzwischen eher mit einem Besucherrückgang. Rechnet man jedoch die Verkäufe des gesamten Wochenendes zusammen, erreichen beide aber dennoch sehenswerte Spitzenwerte.

Doch was sollten Shopbetreiber beachten, um in der Schlange der gefragtesten Online-Händler nicht ganz hinten zu stehen, sondern vorne mitspielen zu können? Mit diesen 7 Tipps zeigen wir dir, wie du dich optimal auf einen der konsumgetriebenen und wichtigsten Shoppingtage vorbereiten kannst:

Tipp 1 – Gute Vorbereitung und frühzeitige Planung sind das Wichtigste

Auch wenn wir im deutschsprachigen Raum kein Thanksgiving feiern, adaptieren wir seit einigen Jahren das in den USA grösste Shoppingevent des Jahres und machen fleissig mit. Die Zeit rund um den Black Friday, Cyber Monday sowie das kurz darauffolgende Weihnachtsgeschäft gehören inzwischen zu den wichtigsten und umsatzstärksten Momenten im Offline- und Onlinehandel. Wer zum Stichtag jedoch nicht optimal vorbereitet ist, hat schnell keine Chance gegen andere Wettbewerber. Du solltest also frühzeitig erste Vorbereitungen treffen, dir eine Strategie für Rabatte oder Aktionen überlegen und deine Lagerbestände auffüllen. Wenn alles gut läuft, kannst du dem Ansturm locker standhalten und dich über mehr Abverkäufe als gewöhnlich freuen.

Du solltest deine volle Konzentration aber nicht nur deiner Webseite und den geplanten Aktionen schenken. Die Lorbeeren wirst du insbesondere dann ernten, wenn du dich frühzeitig um die plattformübergreifenden Werbemassnahmen (Cross Channel Marketing) kümmerst. Stimme die jeweiligen Werbemittel optisch und inhaltlich auf den entsprechenden Kanälen gut aufeinander ab, um deine Zielgruppe so effektiv wie möglich anzusprechen.

Tipp 2 – Hält dein Unternehmen und deine Webseite dem Ansturm stand?

Der Black Friday wird ein ziemlich rabenschwarzer Tag für dich, wenn deine Webseite bzw. dein Shop nicht einwandfrei funktioniert. Achte beispielsweise auf korrekte Weiterleitungen und kurze Ladezeiten. Da in den letzten Jahren des Öfteren zahlreiche Onlineshops aufgrund des übermässig hohen Traffics am Black Friday abgestürzt sind, solltest du dich rechtzeitig mit deinem Hoster in Verbindung setzen. Erhöhe ggf. die Serverkapazitäten, damit dein Shop mit dem Andrang an Besuchern zurechtkommt.

Bereite jedoch nicht nur deinen Onlineauftritt vor, sondern dein ganzes Unternehmen. Unterschätze dabei nicht die zu versendenden Bestellungen, das Retourenmanagement und die Supportanfragen. Mache dir zudem Gedanken darüber, ob deine Spedition über ausreichende Kapazitäten verfügt und dein Lager entsprechend voll ist. Auch du hast sicherlich Artikel, die sich wie geschnitten Brot verkaufen. Andere Artikel stauben zwar nicht ein, laufen aber nicht so gut wie deine Verkaufsschlager. Achte bei der Auswahl passender Produkte für den Black Friday auf einen Mix, so kannst du im Idealfall auch Ladenhüter loswerden und zeitgleich dein Lager „aufräumen“.

Tipp 3 – Prüfe deine Wettbewerber

Der Wettbewerb wird während des Black Fridays rasant steigen und die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. Um sich von den direkten Mitstreitern abzuheben und möglichst viele Schnäppchenjäger für dich zu gewinnen, ist abgucken durchaus erlaubt. Wirf ruhig einen Blick auf dass, was deine Konkurrenz so alles anstellt oder im vergangenen Jahr erfolgreich unternommen hat. Der einfachste Weg, um deine Wettbewerber im Vorfeld auszuspähen, ist die Eintragung in deren E-Mail-Verteiler. So kannst du die Frequenz, die Art der Aktionen sowie die Kommunikation analysieren und für dich nutzen. Nachahmen oder einfach nur kopieren solltest du natürlich nicht.

Tipp 4 – Erhöhe das Budget und bewerbe deine Aktionen frühzeitig

Am Black Friday Wochenende bist du nicht als einziger Werbetreibende unterwegs. Du wirst mit unzähligen anderen um die besten Werbeplätze im Netz konkurrieren, was die Klickpreise jedes Jahr um ein Vielfaches erhöht. Fehlt dir das nötige Budget oder setzt du das Budget nicht richtig ein, kannst du nicht schnell genug auf die meist sehr sprunghaften Entwicklungen in den Werbenetzwerken reagieren. Die Folge: Du wirst mit hoher Wahrscheinlichkeit von anderen überboten, weil deine Anzeigen keine oder nur sehr geringe Impressionen erhalten.

Je früher du deine anstehenden Aktionen kanalübergreifend bewirbst, desto mehr potenzielle, neue und bestehende Besucher kannst du erreichen. Überlege dir für deine Digital Marketing Kampagnen ein Konzept oder lass dich von einer Digitalmarketing-Agentur unterstützen. Im Idealfall fängst du schon ein paar Wochen vor dem Black Friday Wochenende an, deine Aktionen anzukündigen und auf dich aufmerksam zu machen. So könntest du zum Beispiel Kooperationen mit Blogs oder Gutscheinseiten eingehen, um deine Anzeigen dort zu präsentieren. Bestehende Kunden oder Mail-Abonnenten lassen sich gut mit exklusiven Angeboten, besonderen Rabatte, kostenlosem Versand oder einzigartige Promo-Aktionen teasern.

Tipp 5 – Countdowns und Angebote mit kurzer Verfügbarkeit

Bediene dich an dem Prinzip der Knappheit und locke damit Kurzentschlossene sowie Suchende von Last-Minute-Deals an. Um den Druck zu erhöhen, kannst du zusätzlich einen Countdown laufen lassen. Damit wissen deine Besucher, wann das Angebot ausläuft oder wann ein Produkt ausverkauft ist. Wenn die gewünschte Ware oder die Zeit bis zum Ende der Aktion knapp wird, reagieren Kunden schneller.

Tipp: Kennst du die sogenannte „Quengelzone“ im Supermarkt? Eltern würden am liebsten einen großen Bogen darum machen, denn dieser Bereich führt bei den Kids regelmässig zu Quengeleien. Grund hierfür sind die direkt an den Kassen platzierten Produkte wie Schokoriegel, Fruchtgummi, Kaugummis & Co. Auch du kannst eine solche Quengelzone in deinen Shop einbauen und Impulskäufer auf dem Weg zum Check-out besondere Angebote zu präsentieren. In vielen Shops wird zum Beispiel passendes Zubehör für Artikel aus dem Warenkorb angeboten.

Tipp 6 – Spezielle Black Friday Landingpage

Anstelle von kurzfristigen Anpassungen, lohnt sich im Übrigen eine speziell für den BlackFriday erstellte LandingPage. Um die Sichtbarkeit deiner LandingPage zu erhöhen, solltest du jedoch relevanten Content mit den passenden Keywords, aussagekräftige Meta-Descriptions sowie Titles erstellen und für vernünftige Backlinks sorgen.

Tipp 7 – Dokumentiere, was funktioniert und was nicht

Die Zeitspanne zwischen dem BlackFriday Wochenende, dem Cyber Monday und dem Weihnachtsgeschäft eignen sich bestens, um zu prüfen, welche deiner Massnahmen funktioniert haben und welche nicht. Mache dir Notizen, Screenshots, nutze Google Analytics oder Trackingtools, erstelle Excel-Listen oder was auch immer nötig ist, um deine Strategie und Entscheidungen zu dokumentieren. Die anschliessenden Auswertungen lassen dich schnell erkennen, womit du Erfolg hattest und womit nicht. Dinge, die für dein Unternehmen gut funktioniert haben, solltest du als Massstab für das kommende Jahr setzen und entsprechend nutzen.

Tipp: Nutze Remarketing. Erstelle hierfür eine Liste über Nutzer, die im vorherigen Jahr zwischen dem Black Friday und der Weihnachtszeit in deinem Shop waren, und teile diese in verschiedene Gruppen ein (z.B. „frühere Käufer“, „Warenkorbabbrecher“ und „Käufer“). Diese kannst du dann beim nächsten Black Friday gezielt mit speziellen Angebotstexten, höheren Geboten oder mit Remarketing Banner in Displaynetzwerken ansprechen und an passender Stelle abholen.

„Black Friday“ in Deutschland – geschützte Wortmarke oder nicht?

2013 wurde der Begriff „Black Friday“ beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) von der Firma Super Union Holdings Limited als Wortmarke eingetragen. 2016 sicherte sich dann die österreichische Black Friday GmbH bei der aus Hongkong stammenden Super Union Holdings Ltd. sämtliche Exklusivrechte und wurde somit zum einzigen Lizenznehmer. Bedeutet im Umkehrschluss, dass auch nur die Black Friday GmbH mit dem Begriff „Black Friday“ werben und auch nur sie Sub-Lizenzen vergeben darf. Was sie natürlich nicht taten. 2016 war aber auch das Jahr, indem sich der gleichnamige Aktionstag im deutschsprachigen Raum zu einem Milliardengeschäft entwickelte. Das schien die Black Friday GmbH wohl dazu veranlasst zu haben, unzählige Onlineshops und namhafte Hersteller wegen Markenrechtsverletzung abmahnen zu lassen.

Seitdem ging ein Löschantrag nach dem anderen beim DPMA ein. Mit Erfolg, denn im März 2018 verfügte das Patentamt über die amtsseitige Entfernung der Eintragung der Wortmarke. Dagegen legte der Markeninhaber aus Honkong jedoch Beschwerde ein und der ganze Fall landete vor dem Bundespatentgericht (BPatG). Der Termin für die mündliche Verhandlung wurde 2019 unglücklicherweise auf Ende November 2019 gelegt. Onlinehändlern und den stationären Handel wurde bis zur endgültigen Löschung dringend empfohlen, die Wortmarke anlässlich des anstehenden Black Fridays nicht zu verwenden. Doch in der Not wird der Mensch bekanntlich erfinderisch. Und so warb Media Markt 2019 beispielsweise einfach anstelle des Black Fridays mit dem „Red Friday“ und Möbelriese IKEA mit dem „Black Freuday“.

Aber ist der Begriff „Black Friday“ in Deutschland nun eine geschützte Wortmarke oder nicht? Kurz und knapp gesagt: Jein. Das Bundespatentgericht hat im März 2020 entschieden, dass die Marke „Black Friday“ nicht endgültig gelöscht wird, diese aber im Gegenzug dazu für Dienstleistungen im Bereich der Werbung nicht schutzfähig ist. Bedeutet, die Wortmarke besitzt – bis auf wenige Ausnahmen – weiterhin Markenschutz. Freigehalten ist die Marke jedoch für allgemeine Werbedienstleistungen sowie für den Elektrohandel.

In der Schweiz ist Black Friday kein geschützter Begriff

Auch wenn nun die Lage für Deutschland klar ist, sind Marken grundsätzlich nur national schützbar. Stellt sich also die Frage, wie es rechtlich in der Schweiz aussieht. Schliesslich hat ein Schweizer Rechtsanwalt versucht, die Wortmarke „Black Friday“ für zahlreiche Dienstleistungen und Waren in der Schweiz zu beanspruchen. Erfolg hatte er damit allerdings nicht und sein Gesuch wurde am 06.07.2020 im schweizerischen Markenregister offiziell gelöscht.

Freie Fahrt in Bezug auf die Verwendung des Begriffs Black Friday haben allerdings nur Händler, die in der Schweiz tätig sind und ihre Waren nicht nach Deutschland liefern. Ein eventuelles Verfahren hätte zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Bestand, ist aber unnötig teuer und kostet eine Menge Zeit. Ob sich der Aufwand lohnt, bleibt ungewiss.